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Pubertät- Was ist das?

Pubertät- Was ist das?

In der Pubertät müssen Mädchen und Jungen viele körperliche und seelische Veränderungen

bewältigen. Haare sprießen an ungewohnten Stellen, die Figur verändert sich und es herrscht

ständig ein Gefühlschaos.Doch was ist überhaupt die "Pubertät“? Und was passiert dabei in

Was ist die "Pubertät"“? Was passiert dabei in deinem Körper?

 

Der Begriff "Pubertät" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Geschlechtsreife". Damit wird die Entwicklungsphase
bezeichnet, in der Kinder beziehungsweise Jugendliche geschlechtsreif werden. Am Ende der Entwicklungsphase steht die Fähigkeit zur Fortpflanzung und die Eigenständigkeit der Persönlichkeit, meist aber noch nicht die ökonomische Selbstständigkeit. Bei Mädchen findet die Pubertät in der Regel zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr statt, bei Jungen zwischen dem 12. und 20.


Die Pubertät beginnt im Kopf, wenn die Hirnanhangsdrüse spezielle Hormone (Botenstoffe) bildet. Diese senden Signale an die
Geschlechts- bzw. Keimdrüsen (Eierstöcke bei den Frauen und Hoden bei den Männern), welche dadurch vermehrt
Sexualhormone produzieren. Die männlichen Geschlechtshormone nennt man Testosteron, die weiblichen Östrogene und
Progesteron. Beide Hormongruppen sind bei der Entwicklung von Mädchen sowie Jungen beteiligt. Erst im Laufe der Pubertät
überwiegen bei Mädchen die Östrogene und bei Jungen das Testosteron.


Durch die hormonellen Veränderungen empfinden Mädchen und Jungen immer häufiger und intensiver sexuelle Impulse. Die
Entdeckung und das Erleben-Wollen von Sexualität in Form von Petting und dem ersten Geschlechtsverkehr spielen zunehmend
eine Rolle. Weiterhin werden im Gehirn die Verbindungen zwischen den Nervenzellen um- und ausgebaut. Von diesen Vorgängen sind in erster Linie die so genannten Stirnlappen betroffen, wo sich ein wichtiges Kontrollzentrum befindet. Durch diese "Umbaumaßnahmen“ kommt es möglicherweise zu den Gefühlsschwankungen der Jugendlichen in der Pubertät.

 

Die biologischen Veränderung wirken sich auf die Persönlichkeit aus. Pubertät bringt Gefühlsschwankungen, Zweifel, Unsicherheit. Jugendliche in der Pubertät fühlen sich nicht mehr wirklich als Kind, aber auch die Erwachsenenwelt erscheint ihnen oft unverständlich. Hinzu kommen das Gefühlschaos der ersten Liebe, Schwierigkeiten mit dem veränderten eigenen Körper und
Sinnkrisen. Oftmals fragen sich dann Mädchen und Jungen, ob eigentlich auch alles normal bei ihnen verläuft. Und dann ist da auch noch der Stress mit den Eltern, die einfach nur noch peinlich sind und nerven. Doch das ist in der Pubertät ganz normal. Jugendliche beginnen ihre eigenen Meinungen und Lebenseinstellungen zu entwickeln. Sie wollen sich stärker von
ihren Eltern lösen und abgrenzen. Dieser Rückzug von den Eltern ist ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenständigkeit.

 

Die drei Phasen der PubertätDie Pubertät ist in drei Phasen eingeteilt: Die Vorpubertät, die Hochphase der Pubertät und die spätpubertäre Phase.

Die Vorpubertät erfolgt gegen Ende der Grundschulzeit und dauert zwei bis drei Jahre. Die Körper- und Schambehaarung beginnt zu wachsen und Sexualhormone werden produziert. Kinder und Jugendliche entwickeln in dieser Zeit ein verstärktes
Schamgefühl (sie schließen z. B. die Badezimmertür ab). Die Geschlechterbeziehung zwischen Jungen und Mädchen wird fortan
anders wahrgenommen. Die Jugendlichen entwickeln eine kritische Distanz zu ihren Eltern,  d. h. sie fordern nun vermehrt
eigene Entscheidungsspielräume ein und hinterfragen familiäre Regeln. In der Vorpubertät können Kinder und Jugendliche sehr
schüchtern sein aber auch zu Wutausbrüchen neigen.

Zwischen dem 12. und 16. Lebensjahr findet die Hochphase der Pubertät statt. Hier beschleunigt sich die körperliche, seelische
und sexuelle Entwicklung. Jugendliche verlieben sich das erste Mal und machen erste sexuelle Erfahrungen wie Küssen, Petting
oder Geschlechtsverkehr. Jugendliche in diesem Alter sind sehr verletzlich, verunsichert und haben zum Teil
Selbstwertprobleme. Jungen und Mädchen experimentieren in dieser Phase mit typischen Rollenmustern. Das heißt, Mädchen beginnen sich zu schminken und mehr Wert auf ihr Äußeres zu legen, währenddessen für Jungen Machogehabe und Alkoholkonsum typisch sind.

Die Spätpubertäre Phase beginnt ab dem 16. Lebensjahr. Jugendliche haben sich dann weitestgehend in ihrem
Jugendlich-Sein gefunden und werden ausgeglichener. Sie entwickeln ein neues Selbstwertgefühl. Äußerlichkeiten haben in
dieser Phase einen hohen Stellenwert (Sport, Fitness, Sexualkontakte). Die jungen Frauen und Männer entwickeln eigene
Zukunftsorientierungen, verselbstständigen sich und lösen sich von elterlichen Vorgaben.

 

Stand: Mai 2014

 

Bild: Pixabay