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Religion und Sekten

Die Sektenproblematik als– eine besondere Form von Abhängigkeit

Zeigt jemand aus deinem Familien- oder Bekanntenkreis bislang ungewohnte Verhaltensweisen oder äußert für dich unbekannte oder gar unverständliche Meinungen und Weltsichten, so entsteht schnell die Meinung, „dahinter muss eine Sekte stecken“!

Was ist das aber nun „eine Sekte“ und ist sie gefährlich?
Der Begriff "Sekte" kommt vom lateinischen Wort "sequi", was soviel bedeutet wie "folgen" oder "nachfolgen" und bezeichnete somit Angehörige bestimmter religiöser oder weltanschaulicher Richtungen. Heute bezeichnet man umgangssprachlich damit eine Gruppe, die sich mit ihrem Glauben von großen Religionsgemeinschaften abspaltet oder distanziert.
Obwohl der Begriff Sekte damit eigentlich wertfrei ist, also weder gut noch böse, werden umgangssprachlich Gruppen, die einen negativen Einfluss auf ihre Mitglieder oder auf die Gesellschaft haben, als „Sekten“ bezeichnet. Treffender wäre hier der Begriff konfliktträchtige religiöse oder weltanschauliche Gruppe, weil er benennt, dass es Konflikte sowohl innerhalb der Gruppe als auch im Verhältnis zwischen Gruppe und Gesellschaft geben kann.

Was macht nun eine religiöse oder weltanschauliche Gruppe zu einer konfliktträchtigen Gemeinschaft?

Die meisten Gruppen und Gemeinschaften agieren im Rahmen des Grundgesetzes der BRD welches ihnen im §4 die freie Ausübung der Religion garantiert. Konflikte entstehen bei einigen Gruppen jedoch durch Abschottung gegenüber der Gesellschaft, durch den Absolutheitsanspruch ihres Glaubens, durch starken Gruppendruck eine unfehlbare Führerpersönlichkeit oder die Bewußtseinskontrolle der Mitglieder.

Welche Gefahren können von konfliktträchtigen Gemeinschaften ausgehen?
Probleme durch das Wirken konfliktträchtiger Gemeinschaften können sowohl für die Gesellschaft als auch für einzelne Personen auftreten. Meist geht es dabei um die Einschränkung der persönlichen Freiheit der eigenen Mitglieder, um familiäre Probleme durch die Mitgliedschaft eines Familienangehörigen in einer Gemeinschaft mit starkem Sendungsbewusstsein aber auch durch Konflikte der Gruppen mit gesellschaftlichen Werte- oder Moralvorstellungen.

Wer ist gefährdet?
Besonders empfänglich sind Menschen, die auf der Suche nach Selbsterfahrung und dem Sinn des Lebens sind, die vom Leben und ihren Mitmenschen enttäuscht und auf der Suche nach Geborgenheit und Gemeinschaft sind, die einfache, klare Regeln und eine durchschaubare Welt suchen, die Hilfe in persönlichen Krisen und Schicksalsschlägen suchen. Sie sind recht leicht bereit, Angebote auszuprobieren und für sich anzunehmen, ohne sie kritisch zu hinterfragen.

Wo gibt es Hilfe?
Eine ausführliche Beschreibung der Konfliktpotentiale sowie auch Tipps und Hinweise zur Hilfe für Betroffene und deren Angehörige findest du auf der Internetseite des Beauftragten für Sekten und Weltanschauungsfragen im Bistum Dresden-Meißen: www.sekten-sachsen.de 

zu den Kontakten  unter Rat und Hilfe, die zur Sektenproblematik beraten


letzte Änderung Juli 2016, Bild: Pixabay